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Freunde
Hilchenbach und umzu
Ulis Internetwelten
Auf der Suche nach dem “Kölschen Heck”
Wo genau ist eigentlich die Grenze zwischen dem Sieger- und Sauerland?
Diese Frage habe ich mir vor vielen, vielen Jahren mal gestellt, als ich mit dem Auto unterwegs nach Brachthausen (Sauerland) war. Ich sag mal, es gibt ja keine Schilder, wie zum Beispiel “Sie verlassen jetzt das Siegerland”, oder “Willkommen im Sauerland”. Wo genau, an welcher Stelle, fahre ich über die Grenze?
Natürlich ist sie eingezeichnet in Landkarten oder Google Earth. Aber in der Realität?
Naja, diese jahrelang vergessene Frage wurde mir im letzten Jahr zufällig beantwortet. Auf der Suche nach etwas ganz anderem stolperte ich über die Antwort. Das war so interessant, ich habe alles geradezu verschlungen, was ich zu diesem Thema finden konnte.
Es gibt sie, schon seit dem Mittelalter. Und man kann sie jetzt immer noch sehen.![]()
Wen es interessiert, darf gerne weiterlesen. Gibt auch Fotos….
Aber zuerst gibt es einen Link, der die Grenze zwischen Sieger- und Sauerland beschreibt:
http://h-bensberg.de/html/grenzwall.html
Interessant, nicht wahr? Da gibt es hier seit dem Mittelalter den Grenzwall, Grenzsteine, Schanzen, Hohlwege… und alles ist noch da. Zwar nicht mehr in seiner damaligen Form, aber immer noch zu sehen. Man muss nur den Grenzverlauf kennen und die Augen neben die neuzeitlichen Wanderwege und Strassen lenken. Dann kann man sie sehen, die Relikte aus dem Mittelalter.
Und das habe ich schon ausgiebig gemacht. Da gab es kein Halten mehr. Wozu ins Museum gehen, wenn man das Museum quasi fast vor der Haustür hat?
Holzklauer Schlag
Meine Suche nach dem Kölschen Heck hat am “Holzklauer Schlag” angefangen. Im Internet habe ich gelesen, dass man zwischen Hünsborn und Oberholzklau einen historischen Grenzübergang besichtigen kann. Er wurde vom Heimat- und Verschönerungsverein wieder neu hergerichtet, freigelegt und durch eine Info-Tafel erweitert. 2004 wurde er zum Denkmal des Monats Juli ernannt. Besonders interessiert war ich an dem alten Hohlweg, von dem ebenfalls etwas freigelegt wurde. Man kann die Spurrillen der Fuhrwerke sehen und die Trampelspur der Zugtiere.
Die Realität war enttäuschend. Natürlich hatte auch hier Kyrill gewütet. Und scheinbar hat sich der Heimatverein auch nicht mehr um den Grenzübergang gekümmert. Es sah alles so anders aus auf den Fotos im Internet. Der alte Hohlweg war nur noch zu erahnen. Total zugewuchert. Alles sah aus, als wenn sich ewig keiner mehr darum gekümmert hat.
Hier ist der alte Grenzwall zu sehen, aus Sauerländer Sicht:
Die dreieckige Form der Schanze ist noch gut zu erkennen, auch wenn hier das Unkraut wuchert…
Der Grenzwall, vom Rand der Schanze fotografiert:
Blick vom Siegerland ins Sauerland:
Das komische Häuschen ist kein Original aus dem Mittelalter. Das macht die Sache so unwirklich…..![]()
Krombacher Schlag und Dicke Buche
Auch ein Grenzübergang, der im Internet erwähnt wird. Und dort gibt es etwas ganz besonderes: Einen alten Baum, der einst mit die Landhecke gebildet hat. Der letzte Baum, der vom Kölschen Heck übriggeblieben ist. Dank Google Earth konnte ich den Weg leicht finden. Und dann sah ich sie:
Wunderschön, nicht wahr? Über 500 Jahre alt, die letzte Überlebende des Gebücks vom Kölschen Heck. Man sieht ihr an, dass sie nicht natürlich gewachsen ist. Hier nochmal etwas weiter weg:
Sie steht auf einem Vorwall der alten Landwehr. Vom Wall selbst ist hier nicht mehr viel zu sehen. Aber das sie die Jahrhundete überlebt hat, ist wirklich beeindruckend. Was könnte sie alles erzählen?
Der alte Grenzübergang ist ein Stückchen weiter entfernt und hat auch schon gut gelitten. Erst Kyrill und dann die Waldarbeiter … naja, und der Weiterbau der Schnellstrasse (HTS) haben viel zerstört.
Grenzwall und Hohlwege sind hier sehr schlecht auszumachen. Aber der Grenzstein steht noch.
Aus Siegerländer Sicht:
Das Zeichen der Grafschaft Nassau wurde natürlich nachgezeichnet…
Auf der Informationstafel kann man sehen, wie Archäologen die alte Landwehr untersucht haben, bevor die HTS gebaut wurde:
Tja, dieser Teil des Kölschen Hecks ist nun für immer verloren…
Hier noch ein alter Hohlweg, der zum Krombacher Schlag führt:
Der Grenzwall im Hilchenbacher Raum
Wie schon anfangs erwähnt, gibt es auch im Hilchenbacher Raum Spuren der alten Landwehr. Nicht so offiziell erwähnt, da muss man sich selber bemühen und mit offenen Augen unterwegs sein.
Und das habe ich inzwischen schon reichlich getan. Wie gesagt, man muss den Grenzverlauf kennen und neben den Wegen schauen, dann sieht man sie.![]()
Und das ist besonders interessant……
Hier zu sehen in der Nähe der Oberndorfer Höhe Richtung Windpark. Links Sauerland, rechts Siegerland:
Nicht gross, nicht breit, aber immer noch da:
Gleicher Weg, diesmal links Siegerland, rechts Sauerland:
Und hier eine wichtige “Verbindungsstrasse” von Wingeshausen nach Hilchenbach, ein alter Hohlweg nähe Ferndorfquelle:
Hier muss früher ein reger Verkehr gewesen sein, so kurz vor der Grenze…
Sodele, das war es erstmal. Falls Euch das Thema interessiert, dürft Ihr gerne wieder reinschauen. Ich bin noch längst nicht fertig, es gibt noch soviel zu entdecken.
Kleiner Tip: Im Stadtmuseum Hilchenbach läuft zur Zeit eine Ausstellung mit dem Thema:
Vergessene Grenzen und Wege im Siegerland
http://www.hilchenbach.de/standard/page.sys/details/eintrag_id=621/content_id=361/586.htm
Die werde ich auf jeden Fall besuchen.
Und ich habe noch viel vor, es gibt so vieles noch zu entdecken: Der uralte Hohlweg durch den Loher Wald, den Merklinghäuser Schlag, und… und… und…
Bis dahin verbleibe ich mit herzlichen Grüssen aus der “Grafschaft Nassau”
Eure Uli
Ein ganz besonderer Dank geht an den lieben Herrn Ahlering, der eine interessante Homepage über Hilchenbach betreibt. Er hat mir auch den genauen Genzverlauf des Kölschen Hecks im Hilchenbacher Raum beschrieben. ![]()
Das ist seine Seite: http://www.ahlering.de/
Reinschauen lohnt sich auf jeden Fall. ![]()